Flugzeug-Antrieb mit propCalc und perfCalc auslegen

Beim Flächenmodell reicht «Motor passt in den Rumpf» nicht. Du brauchst einen Antrieb, der bei realistischem AUW genug Schub für Start und Steigen liefert, im Cruise effizient bleibt und thermisch hält — und du willst wissen, welche Flugleistungen daraus folgen. eCalc trennt das sinnvoll: propCalc (Motor/Prop/Akku) und perfCalc (Performance).

Rollen der beiden Rechner

Tool URL Fokus
propCalc motorcalc.php Elektrischer Antrieb: Strom, Leistung, Prop, Wirkungsgrad, Temperaturabschätzung
perfCalc perfcalc.php Flugleistungen aus Antrieb + Aerodynamik/Gewicht (u. a. Steigen, Tempo — modellabhängig)
cgCalc cgcalc.php Schwerpunkt vor dem Maiden — eigener Artikel

Workflow: Antrieb in propCalc iterieren → Kennwerte in die Performance-Betrachtung übernehmen → CG prüfen. Membership/Demo: volle Komponentenliste vs. eingeschränkte Demo — auf der Signup-Seite aktuell nachlesen.

Mechanismus (kurz)

Propeller erzeugen Schub aus Drehzahl und Blattgeometrie; der Motor liefert Drehmoment bei einem Strom, der aus Kv, Spannung und Prop-Last folgt. Fürs Flugzeug zählt oft:

perfCalc setzt den Antrieb in den Flugkontext: ohne sinnvolle Eingaben zu Gewicht und Aerodynamik bleiben Performance-Zahlen Schätzungen — Annahmen dokumentieren.

Faustregeln

  1. AUW inkl. Akku festlegen.
  2. Prop-Durchmesser nach Spinner/Bodenfreiheit/Verkleidung wählen.
  3. In propCalc Zellen, Motor, Prop variieren bis Strom und Temperatur passen.
  4. Ergebnisse als Input für perfCalc nutzen.
  5. Vor dem Erstflug CG mit cgCalc / W&B absichern.
  6. Keine Custom-Motordaten raten — messen oder Hersteller.

Beispiel: 2 m Elektrosegler / Hotliner-nah

Annahmen:

In propCalc: Vollgas-Strom, Wirkungsgrad, est. Temperature, Prop-rpm prüfen. Ziel: kurze Vollgasphasen im Peak-Limit, Steigflug nicht dauerhaft im Roten. Anschliessend in perfCalc Steigrate/Tempo mit dem gleichen AUW abschätzen und mit Platz/Erwartung abgleichen.

Schritte

propCalc

  1. Öffne propCalc.
  2. Akku (Zellen, Kapazität), ESC, Motor, Prop D×Pitch eingeben.
  3. Gewicht/Umgebung setzen, Kühlung wählen.
  4. Berechnen — Peak vs. Dauer, Temperatur, rpm.
  5. Prop oder Kv/Zellen anpassen, bis die Warnungen verschwinden bzw. akzeptabel kurz sind.

perfCalc

  1. Öffne perfCalc.
  2. Flugzeugparameter und Antriebsresultate nach Tool-Feldern übertragen (keine erfundenen Deep-Links).
  3. Performance lesen; bei Abweichung zurück zu propCalc.

Mehr Praxis: vom Antrieb zur Erwartung

Nach propCalc solltest du drei Sätze notieren können:

  1. Welcher Strom bei Vollgas und welcher bei typischem Steigflug?
  2. Bleibt die geschätzte Motortemperatur im akzeptablen Band bei der gewählten Kühlung?
  3. Passt der Prop von Durchmesser (Boden/Spinner) und Drehzahl (Hersteller)?

Diese drei Antworten nimmst du mit in perfCalc bzw. an den Flugplatz. Weicht das Modell stark ab (viel weniger Steigen als gedacht), zuerst AUW und Prop verifizieren, dann Motor — nicht sofort den «nächststärkeren» bestellen.

EDF- und Helikopter-Antriebe haben eigene eCalc-Tools im Bundle; die Prop-Logik 1:1 zu übertragen führt oft zu Fehlschlüssen. Für Multicopter bleibt xcopterCalc das richtige Werkzeug — dieser Artikel fokussiert Flächenmodelle.

FAQ

Reicht propCalc allein?
Für Bauteilwahl oft ja; für «wie steigt das Modell?» brauchst du Performance-Kontext (perfCalc) plus realistische Aerodynamik-Annahmen.

EDF?
eCalc bietet dafür eigene/verwandte Tools (u. a. fanCalc im Bundle) — nicht mit Prop-Logik vermischen.

Hotliner ohne Lüftung?
Kühlung «Very poor» wählen und Temperatur ernst nehmen — Hilfe warnt explizit.

Iterieren wie eine Checkliste

Nutze propCalc nach jedem Hardware-Wechsel erneut: neuer Akku, andere Prop-Marke, anderer Flugplatz. Kleine Änderungen summieren sich. Wenn perfCalc und Fluggefühl divergieren, zuerst AUW und Strom messen, dann Annahmen prüfen — nicht Marketing-Schubdiagramme.

Jetzt nachrechnen

Lege den Flugzeug-Antrieb in propCalc aus: https://www.ecalc.ch/motorcalc.php — Flugleistungen danach in perfCalc einordnen.